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Geschäftsbericht 2007/08 Kurzfassung
Segment Zucker
 


Übersicht

Die Zahlen für das Segment Zucker beziehen sich auf die Zuckeraktivitäten von Südzucker AG, Südzucker Polska, Südzucker Moldova, Raffinerie Tirlemontoise, Saint Louis Sucre und AGRANA. Diese Gesellschaften erzeugten in 39 Zuckerfabriken und zwei Raffinerien 4,6 Mio. t Zucker in Deutschland, Belgien, Frankreich, Polen, Österreich, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Moldawien und Rumänien. Mit einem Anteil an der EU-Zuckerquote von 24 % ist Südzucker mit Abstand Europas führender Zuckererzeuger. Darüber hinaus sind dem Segment im Wesentlichen weiterhin die Bereiche Landwirtschaft und Futtermittel zugeordnet.

Geschäftsentwicklung im Segment Zucker

  2007/08 2006/07
Umsatz 3.464,1 Mio. € 3.542,8 Mio. €
EBITDA 212,8 Mio. € 412,5 Mio. €
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -152,3 Mio. € -153,2 Mio. €
Operatives Ergebnis 60,5 Mio. € 259,3 Mio. €
Restrukturierung/Sondereinflüsse -20,3 Mio. € -108,7 Mio. €
Wertminderungen Geschäftswerte - -482,4 Mio. €
Ergebnis der Betriebstätigkeit 40,2 Mio. € -331,8 Mio. €
EBITDA Marge 6,1 % 11,6 %
Operative Marge 1,7 % 7,3 %
ROCE 2,2 % 9,6 %
Investitionen in Sachanlagen 138,7 Mio. € 139,4 Mio. €
Investitionen in Zusatzquote 2,9 Mio. € 158,8 Mio. €
Investitionen in Finanzanlagen 53,0 Mio. € 5,3 Mio. €
Investitionen gesamt 194,6 Mio. € 303,5 Mio. €
Mitarbeiter 10.043 10.885


Umsatz | Im Segment Zucker ging der Umsatz auf 3.464 (3.543) Mio. € zurück. Dieser Rückgang ist insbesondere auf eine drastische Verringerung der Zuckerexporte in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres zurückzuführen. In der ersten Jahreshälfte des Vorjahres 2006/07 konnte aus einer großen Ernte letztmals eine bedeutende Menge C-Zucker exportiert werden. Diese Möglichkeit ist nach dem verlorenen WTO-Panel nun entfallen. Das nun ganzjährig betriebene Industriezuckergeschäft trug bereits erfreulich zum Zuckerumsatz bei, konnte jedoch die entfallenden C-Zucker-Exporte nicht ausgleichen. Die Möglichkeit, Quotenzucker zu exportieren, wurde von der EU-Kommission in der zweiten Jahreshälfte 2006/07 erheblich eingeschränkt, was zu niedrigeren Umsätzen führte. Diese Einschränkungen bestanden im zweiten Halbjahr 2007/08 nicht mehr in diesem Maße.

Operatives Ergebnis | Das operative Ergebnis 2007/08 sank im Segment Zucker auf 61 (259) Mio. €. Dieser erwartet drastische Rückgang in 2007/08 war geprägt von der anhaltenden Umstrukturierungsphase nach der Reform der Zuckermarktordnung.

Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen fiel mit -20 (-109) Mio. € erneut negativ aus. Dies ist vor allem auf den Abgang der erworbenen Zuckerquoten und die Belastungen aus Werksstilllegungen zurückzuführen, die durch die von der EU geleistete Umstrukturierungsbeihilfe nicht vollständig ausgeglichen werden konnten. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit erreichte 40 (-332) Mio. €.

Zuckererzeugung aus Rüben und Raffination

Im Südzucker-Konzern wurden in der Kampagne 2007/08 aus 28,22 (27,54) Mio. t Zuckerrüben von 438.500 (444.900) ha Anbaufläche in 39 (40) Zuckerfabriken 4,30 (4,24) Mio. t Zucker gewonnen. In den Raffinerien Marseille/Frankreich (Saint Louis Sucre) und Buzau/Rumänien (AGRANA International) wurden weitere 0,28 (0,36) Mio. t Rohrrohzucker raffiniert. Die gesamte Zuckererzeugung des Konzerns erreichte mit 4,58 (4,60) Mio. t nahezu die Vorjahresmenge.

Die Rübenverarbeitung 2007 wurde zuerst bei der Südzucker AG in Deutschland und bei der Raffinerie Tirlemontoise in Belgien (15. September) aufgenommen. Die längste Kampagne hatte das Werk Sered der AGRANA in der Slowakei mit 117 Tagen, die kürzesten Kampagnen die von einer ungewöhnlichen Sommertrockenheit beeinträchtigten östlichen Länder Moldawien, Rumänien und Ungarn mit 59 bis 70 (70 bis 75) Tagen. Der Konzerndurchschnitt lag bei 90 (86) Tagen.

Zuckerabsatz

Der konsolidierte Gesamtabsatz aller Konzerngesellschaften - inkl. des außerhalb der Quote produzierten Industriezuckers - lag im Geschäftsjahr 2007/08 mit 4.592.600 (4.859.900) t Zucker um 5,5 % unter dem Vorjahr. Der Rückgang ergab sich trotz eines um 3,4 % gegenüber Vorjahr gestiegenen EU-Inlandsabsatzes aufgrund der marktordnungsbedingt um rd. 58 % zurückgegangenen Exporte.

Durch die Quotenrückgaben im Rahmen der Reform der Zuckermarktordnung verändert sich der europäische Zuckermarkt nachhaltig. Einzelne Länder wie beispielsweise Italien, Spanien und Griechenland werden zu Defizitmärkten, die den Zuckerverbrauch nicht mehr durch ihre eigene Produktion decken können. Zuckerproduzenten aus der EU sowie steigende Importe aus AKP-Ländern und LDCs werden diesen Nachfragemarkt bedienen. In den letzten zwei Jahren hat die Südzucker-Gruppe den Marktanteil in den neuen Defizitmärkten deutlich erhöht und ist mit mehreren schlagkräftigen Vertriebspartnern heute europaweit aufgestellt.

Größte Herausforderung in dem neuen Marktumfeld ist die Logistik, da sie wesentlichen Einfluss auf Kundenzufriedenheit und Kosten hat. Hierzu hat die Südzucker-Gruppe erfolgreich neue Konzepte eingeführt.

Das im Rahmen der Marktordnungsreform intensiv weiterentwickelte Absatzsegment Industriezucker gestaltet sich positiv, der Absatz verdreifachte sich im Vergleich zum Vorjahr. Für Südzucker steht im Vordergrund, dem neuen Geschäft mit Industriezucker Nachhaltigkeit zu verleihen.

Zuckermarktordnung

Die seit 1. Juli 2006 geltende Zuckermarktordnung - Laufzeit bis September 2015 - hat die politische Zielsetzung, die Vorgaben der WTO sowie bilateraler Handelsabkommen zu erfüllen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit des EU-Zuckersektors zu stärken. Dazu erfolgt eine Reduzierung der EU-Zucker- und Rübenpreise sowie der Quotenzuckerproduktion um rd. 6 Mio. t. Eine Entschädigung aus einem von der Zuckerwirtschaft gespeisten Umstrukturierungsfonds soll die EU-Quotenproduktion auf Basis freiwilliger, unternehmensindividueller Entscheidungen senken. Die ersten beiden Jahre seit Einführung des Umstrukturierungsfonds haben gezeigt, dass dieses Konzept grundsätzlich tragfähig ist. Da in dieser Zeit nur 2,2 Mio. t Quote in den Umstrukturierungsfonds gegeben wurden, hat der EU-Agrarministerrat eine Nachbesserung des Konzeptes beschlossen, wodurch der EU-Kommission Ende Februar 2008 Anträge auf Umstrukturierungsbeihilfe für insgesamt 4,84 Mio. t Quote vorlagen. Für Zuckerunternehmen, die in der 1. Welle zumindest die präventive Quotenrücknahme des Vorjahres zurückgegeben hatten, bestand die Möglichkeit, in einer 2. Welle bis Ende März 2008 weitere Quoten gegen Entschädigung zurückzugeben. Insgesamt stieg so die Quotenrückgabe auf rd. 5,64 Mio. t, so dass - um das Ziel von 6 Mio. t zu erreichen - noch rd. 0,36 Mio. t abzubauen sind.

Die Südzucker-Gruppe hat für das ZWJ 2008/09 den Umstrukturierungsfonds bisher durch eine Rückgabe in Höhe von 0,61 Mio. t Zuckerquote genutzt. In einem zusätzlichen Antrag für das ZWJ 2008/09 werden weitere 0,26 Mio. t Zuckerquote freiwillig gegen Entschädigung an den Umstrukturierungsfonds zurückgegeben, d. h. mit insgesamt 0,87 Mio. t rd. 21 % der Quote, um einer ansonsten zu erwartenden entschädigungslosen Kürzung im ZWJ 2010/11 zu entgehen.