Zucker ist ein Nahrungsmittel, dessen ernährungsmedizinische
Bedeutung von anerkannten Ernährungswissenschaftlern und
Ärzten überprüft ist. Weder die Gesundheit noch
die Vitaminversorgung werden durch den in Deutschland üblichen
Zuckerverzehr gefährdet. Auch die oberste amerikanische
Gesundheitsbehörde stuft Zucker als sicheres Lebensmittel
ein.
Anlässlich der wissenschaftlichen Tagung der Deutschen
Akademie für Ernährungsmedizin im Februar 1996 wurden
zum Thema "Kohlenhydrate in der Ernährungsmedizin
unter besonderer Berücksichtigung des Zuckers" folgende
Themen vorgestellt: |
| |
| Karies |
| |
Nach derzeitigen Erkenntnissen ist die Lehre von der strikten
Korrelation zwischen Zuckerverbrauch und Kariesbefall nicht
mehr aufrechtzuerhalten. Trotz des unveränderten Zuckerverbrauchs
wird seit annähernd zwei Jahrzehnten weltweit ein starker
Rückgang des Kariesbefalls bei Jugendlichen festgestellt.
Von daher ist es unrealistisch, im Hinblick auf die Zahngesundheit
lediglich einen Verzicht auf Zucker zu propagieren und die Wirkung
der Mundhygiene und der Fluoride zu vernachlässigen, zumal
es neben Zucker noch zahlreiche andere stark kariogene Nahrungsmittel
gibt.
Nach neueren Erkenntnissen ist der Zahnbelag (Plaque) die Ursache
für die meisten Erkrankungen der Zähne und des sie
umgebenden Gewebes. Gute Mundhygiene nimmt direkten Einfluß
auf die Belagbildung sowie die Reduktion vorhandener Beläge.
Gleichzeitig werden mit der Mundhygiene Fluoride in die Plaque
und über die Zahnflächen abgegeben. Durch die Wirkung
der Fluoride wird der Zahn unempfindlich gegen Säureangriffe.
Damit beugen Fluoride der Karies vor. Die Einflüsse der
Ernährung können durch optimale Mundhygiene mit Fluoriden
weitgehend kompensiert werden. |
| |
|
|
| Übergewicht |
| |
| Unter normalen Ernährungsbedingungen wird Zucker nicht
in Körperfett umgewandelt. Hoher Zucker- bzw. Kohlenhydrateverzehr
wird eher bei niedrigerem Körpergewicht gefunden. Übergewichtige
essen weniger Zucker, dafür mehr Fett. |
| |
|
|
| Stoffwechsel |
| |
| Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es keine wesentlichen
Unterschiede zwischen einfachen Kohlenhydraten wie Zucker und
komplexen Kohlenhydraten wie Stärke in Kartoffeln, Brot
oder Nudeln. |
| |
|
|
| Diabetes |
| |
| Zucker dient wie andere Kohlenhydrate den Zellen als Energielieferant.
Deshalb dürfen Diabetiker - denen bisher der Verzehr von
Zucker strikt verboten war - jetzt im Rahmen ihres Diätplanes
bis zu einem Zehntel ihrer Energiezufuhr aus Zucker bestreiten. |
| |
|
|
| Essentielle Nährstoffe |
| |
Die Befürchtung, dass hohe Zuckeranteile essentielle
Nährstoffe aus der Nahrung verdrängen, konnte in mehreren
Studien ausgeräumt werden.
Es ist nicht gerechtfertigt, zwischen Kristallzucker und natürlich
vorkommendem Zucker zu unterscheiden. Zucker wird im Körper
in Glukose ab- und umgebaut, die den Zellen als Energielieferant
dient. Die Körperzellen können nicht unterscheiden,
ob ein Glukosemolekül ursprünglich aus Brot, einem
Apfel oder aus dem Zucker einer Limonade stammt.
Für eine Begrenzung der Zuckeraufnahme auf 10 % der Energiezufuhr
gibt es keine wissenschaftliche Begründung. |
| |
|
|