SAI-Programm „Gemeinsam regenerieren“: Kontinuierliche Verbesserung für skalierbare Wirkung
Mit dem Programm „Regenerating Together“ hat die SAI Platform eine Initiative ins Leben gerufen, die weit über ein herkömmliches Nachhaltigkeitsprogramm hinausgeht. Mehr als 40 Unternehmen haben die Absichtserklärung offiziell unterzeichnet, und viele weitere sind bereits in die Initiative eingebunden, darunter Zulieferer, Markenhersteller und Organisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit einem gemeinsamen Rahmen bietet das Programm eine Antwort auf eine wichtige Herausforderung, vor der die Branche steht: das Fehlen eines gemeinsamen Verständnisses von regenerativer Landwirtschaft.
Bis heute gibt es zahlreiche Definitionen, Interpretationen und Ansätze zur regenerativen Landwirtschaft. Jeder Akteur verbindet mit diesem Begriff etwas anderes. Das Kernproblem liegt nicht nur in der Vielfalt der Definitionen, sondern auch darin, dass es der Branche seit langem nicht gelingt, eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Ohne einheitliche Standards lassen sich Daten nicht vergleichen, Fortschritte sind schwer zu messen, und erfolgreiche Ansätze bleiben lokal begrenzt, sind nicht übertragbar und lassen sich daher nur schwer in größerem Maßstab umsetzen. Hinzu kommt der erhebliche Aufwand, der für die Validierung einzelner Maßnahmen erforderlich ist.
Dennoch wurde im Bereich der regenerativen Landwirtschaft bereits viel erreicht: Unternehmen, Landwirte, Partner in der Lieferkette und Branchenverbände haben in den letzten Jahren verschiedene Ansätze entwickelt, Pilotprojekte umgesetzt und wertvolle Erkenntnisse gewonnen. An Wissen, Erfahrung und wirksamen Ansätzen mangelt es also keineswegs. Was jedoch bisher gefehlt hat, ist ein gemeinsamer Rahmen, der all diese Aktivitäten miteinander verknüpft und vergleichbar macht.
Der Industriestandard ermöglicht Skalierbarkeit
Genau hier liegt das SAI-Programm „Gemeinsam regenerieren“ Hier kommt sie ins Spiel. Zum ersten Mal haben sich wichtige Akteure der Branche zusammengeschlossen – darunter Landwirte, Rohstofflieferanten, Markenhersteller, Lebensmittelunternehmen und Umweltorganisationen (wie Earthworm), die als Vermittler fungieren. Gemeinsam haben sie eine Grundlage geschaffen: ein gemeinsames Verständnis von regenerativer Landwirtschaft.
Diese Grundlage ermöglicht eine gemeinsame Sprache und bildet die Basis für ein strukturiertes System: einen klar definierten Rahmen für die Umsetzung regenerativer Maßnahmen, eine einheitliche Methodik zur Wirkungsbewertung sowie einen überprüfbaren Maßstab für regenerative Angaben. Dadurch lassen sich Initiativen erstmals vergleichen, Fortschritte einheitlich messen und positive Effekte über globale Wertschöpfungsketten hinweg skalieren.
Auf einem soliden Fundament aufbauen
Für Südzucker ist das „Regenerating Together“-Programm der SAI kein Neuanfang, sondern vielmehr ein nächster Schritt. Wir verfolgen bereits seit Langem einen strukturierten vierstufigen Ansatz – Analyse, Zielsetzung, Umsetzung und Fortschrittsmessung –, um eine kontinuierliche Verbesserung im Rübenanbau voranzutreiben. Das Programm baut auf dieser bewährten Grundlage auf und bietet einen branchenweit einheitlichen Rahmen, der es ermöglicht, Ergebnisse zu vergleichen, zu verifizieren und über einzelne Initiativen hinaus zu skalieren.
In der Praxis sorgt dies für mehr Klarheit und Orientierungshilfe für alle Beteiligten. Es schafft ein gemeinsames Verständnis darüber, was unter „regenerativer Beschaffung“ zu verstehen ist, wie Fortschritte gemessen werden sollten und wie Ergebnisse überprüft und dokumentiert werden können.
Was einst aus zahlreichen einzelnen und oft unkoordinierten Initiativen bestand, lässt sich nun in ein abgestimmtes System integrieren, das Transparenz schafft, das Vertrauen stärkt und eine Umsetzung in großem Maßstab ermöglicht.
Hier erfahren Sie mehr über die Südzucker-Initiative „The Connected Collective“ und erhalten Einblicke in das Verständnis und den Ansatz von Südzucker hinsichtlich regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken.
Vertrauen und Klarheit
Für Rohstofflieferanten bedeutet dies vor allem mehr Struktur und eine bessere Ausrichtung auf die Anforderungen ihrer Kunden. Fortschritte lassen sich klar kommunizieren, Pilotprojekte lassen sich leichter hochskalieren, und das Vertrauen unter den Abnehmern wächst. Gleichzeitig eröffnen sich wirtschaftliche Chancen, beispielsweise durch bevorzugte Partnerschaften oder mögliche Preisaufschläge. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die Verringerung von Greenwashing-Risiken, da die Angaben auf einer überprüfbaren und standardisierten Grundlage beruhen.
Auch für Markenhersteller ist der Mehrwert beträchtlich. In einem Umfeld, in dem Nachhaltigkeitsaussagen zunehmend kritisch hinterfragt werden, wird Glaubwürdigkeit zu einem entscheidenden Faktor. Standardisierte Messmethoden und Überprüfbarkeit ermöglichen fundierte Aussagen und schaffen Transparenz. Dies stärkt das Vertrauen der Verbraucher und Interessengruppen.
Risikominderung für Landwirte
Für Landwirte sorgt das Programm für mehr Klarheit und eine gezielte Risikominderung. Das Programm zielt darauf ab, die mit dem Übergang zu regenerativen Anbaumethoden verbundenen Risiken abzumildern, da regenerative Maßnahmen kurzfristig zu geringeren Erträgen und ungewissen Ergebnissen führen können – ein Risiko, das kaum ein Landwirt allein tragen kann. Ein erfolgreicher Übergang zur regenerativen Landwirtschaft erfordert daher eine Kombination aus verschiedenen Absicherungsmaßnahmen: Pilotprogramme, Versuchsflächen und agronomische Beratung ermöglichen eine schrittweise Einführung, während Prämien, finanzielle Anreize, Abnahmegarantien und Koinvestitionen die wirtschaftlichen Risiken verringern. Da regenerative Landwirtschaft in hohem Maße standortspezifisch und wissensintensiv ist, sind ergänzende Schulungen, Beratungsdienste, Lernnetzwerke von Landwirt zu Landwirt sowie digitale Tools und eine strukturierte Datenerhebung von entscheidender Bedeutung. Unterstützung bei der Berichterstattung und Überprüfung sowie gemeinsame Standards schaffen zusätzliche Transparenz und Vergleichbarkeit.
Auf diese Weise werden Maßnahmen nicht mehr „nach Gefühl“ umgesetzt, sondern auf der Grundlage konkreter Ergebnisse gezielt ausgewählt und bewertet. Fortschritte werden sichtbar gemacht, und Entwicklungen lassen sich im Zeitverlauf nachverfolgen. Dies erhöht nicht nur die Planungssicherheit, sondern stärkt auch das Vertrauen und die Bereitschaft, in neue Praktiken zu investieren. Zudem wird deutlich, welche Ansätze sowohl ökologisch als auch ökonomisch tragfähig sind. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette erleichtert. Dies ist eine zentrale Voraussetzung für die flächendeckende Umsetzung regenerativer Praktiken.
Und darüber hinaus – es ist für uns alle von Bedeutung
Die Wirkung des Programms reicht über einzelne Akteure hinaus. Sind Ergebnisse messbar und basieren sie auf einer gemeinsamen Logik, lassen sie sich skalieren. Verbesserungen der Bodenqualität, der Biodiversität oder des Wasserkreislaufs lassen sich nicht nur nachweisen, sondern auch systematisch ausweiten. Dies führt langfristig zu widerstandsfähigeren Agrarsystemen und ökologischen Effekten mit weitreichenderer Wirkung. Das Programm „Regenerating Together“ markiert somit einen Wendepunkt, da es eine gemeinsame Sprache bietet. Erst wenn alle Beteiligten dasselbe Verständnis von „regenerativen“ Ergebnissen teilen, werden diese vergleichbar, Aussagen zuverlässig und Fortschritte skalierbar. Und genau darin liegt der eigentliche Wandel: Viele einzelne Initiativen fügen sich zu einem gemeinsamen, wirksamen Veränderungsprozess zusammen.
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